CHRISTIAN RANNENBERG
Nur wenige deutsche Bluesmusiker genießen
international ein so hohes Ansehen wie der (wie der aus Osnabrück stammende und nun in Berlin
lebende) Pianist CHRISTIAN RANNENBERG und kaum ein anderer - egal weicher Nationalität - kommt
an seine Finesse heran, wenn es darum geht, ein Klavier in den Kontext einer Bluesband einzubinden.
Nun hat er durch seine langjährige Duoarbeit (mit Gary Wiggins und auch Big Jay McNeely), durchaus
auch die Fähigkeit, den Rhythmus und die Bassbegleitung alleine zu bestreiten, was natürlich
zu seinem Erfolg beiträgt
Die folgende Besprechung seiner
Solo-CD aus dem "GERMAN BLUES CIRCLE" beschreibt sehr treffend, was ihm "live"
bei seinen Auftritten den Beifall eines begeisterten Publikum sichert: "Das erste, was
an dieser Scheibe auffällt, ist die über die Jahre gewachsene Souveränität, die der Künstler
in jedem Ton ausstrahlt. Er muss niemandem mehr etwas beweisen, am wenigsten sich selbst, und
kann daher ohne Hast durch die mittelschnellen Tempi gleiten, ohne der Verlockungen der Dynamiksteigerung
durch Beschleunigung zu erliegen. Die Dynamik kommt bei ihm aus dem Groove heraus, aus dem
Bauch, aus dem Feeling. Der andere Aspekt, der diese CD und sein Klavierspiel auszeichnet ist,
dass Technik nicht zur Schau gestellt wird, sie ist bei ihm selbstverständlich, so dass er
sich ganz auf den Ausdruck seiner Gefühle, seines Blues konzentrieren kann. Dieser ist manchmal
melancholisch und bisweilen ausgelassen-aufgedreht. Stilistisch bewegt er sich sicher durch
die verschiedenen Spielarten des klassischen Bluespianos mit mittelschnellen Boogies, darunter
eine schöne Tribute-Nummer an Leo von Knobelsdorf, dann Barrelhouse Piano in Form von Charles
Davenports "Cow Cow Blues", ein Schuss Deep Ellum mit Blind John Davis "Texas
Tour", zwei Slowblues-Klassiker in Instrumentalversion "How Long" und "After
Hours". Im Rhythm & Blues ist er ebenso zu Hause wie in den traditionellen Spielarten,
und davon zeugen drei Titel von Percy Mayfield und zwei Nummern, die sehr an Lloyd Glenn oder
Sonny Thompson erinnern (was aber zum Großteil auf das gemeinsame Vorbild Jimmy Yancey zurückzuführen
ist). Nun noch eine treibende Version von "Rambling On My Mind" präsentiert in der
Klaviertradition des Chicago-Blues. Ein fast kompletter Querschnitt durch die wichtigsten Bluespiano-Stile.
Rannenberg bringt jedoch immer seine eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Touch mit ein,
sechs Titel hat er selbst geschrieben. Bei fünf Titeln singt er auch, was völlig natürlich
und unaffektiert rüberkommt. Ich habe selten eine so überzeugende, abwechslungsreiche und vom
Repertoire her einfallsreiche, geschmackvolle Pianoproduktion gehört. Jeder
Blues-Freund sollte sich diese Scheibe anhören:
"BLUES" (CD
- Wonderland 319.9020)
Neben seinen Soloauftritten ist CHRISTIAN RANNENBERG ein immer gern gesehene und viel
gefragter Begleiter internationaler Musiker und Bands mit seinem routinierten Spiel und einfühlsamer
Flexibilität.